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- **Posted:** 2026-01-11T07:34:21.000+00:00
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## Caption

Die letzte Woche war komplett weiß. Schnee, der alles langsamer macht und klarer. Auch den Kopf, ob man will oder nicht. Ich gieße Tee ein, und ich merke, wie sehr ich genau diese kleinen Handlungen liebe. Draußen ist es kalt, das lässt sich nicht verhandeln, egal wie überzeugend man argumentiert. Drinnen kann ich entscheiden, wie warm es sein darf.
 
Wir lassen viel zu selten Dinge zu, ohne sie sofort optimieren, erklären oder mit einem Fünfjahresplan versehen zu wollen. Der Winter ist da, ob wir ihn mögen oder nicht. Er fragt nicht nach Plänen, Kalendern oder unserer Meinung dazu. Man kann sich darüber ärgern oder man kann anfangen, es sich schön zu machen. Schlechte Laune hat noch nie jemanden schneller durch den Winter gebracht hat.
 
Philip hat den Schnee geliebt, als wäre er exklusiv für ihn gefallen. Mit dieser kompromisslosen Freude, die nur Hunde beherrschen. Er schwebte im siebten Himmel, weil ihn eine drei Monate alte Pudeldame anhimmelte, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. 
Theobald hingegen suchte den Kamin, die Ruhe, den Blick ins Feuer und wahrscheinlich den Gedanken, dass Menschen grundsätzlich überbewertet sind. Zwei völlig unterschiedliche Arten, mit der gleichen Situation umzugehen. Und beide fühlen sich richtig an.
 
Im Studio habe ich weitergemalt. Monster. Keine Bedrohung, eher alte Bekannte. Manches darf einfach dazugehören, ohne bewertet zu werden. Genau darin liegt eine überraschende Leichtigkeit und auch eine Menge Humor, vor allem, wenn man aufhört, alles sofort verbessern zu wollen.
 
Und im Fotostudie wartete grünes Gemüse auf mich, bereit für einen Kunden fotografiert zu werden. 
 
Was diese Woche mir wieder gezeigt hat, ist etwas sehr Bodenständiges: Du kannst manche Dinge nicht ändern, aber den Umgang damit. Nimm den Winter als Beispiel.  Sich für Wärme zu entscheiden, ist kein Schutzmechanismus, sondern Lebensfreude. Das ist Selbstrespekt, mit Schal und Tee, mit einem Lächeln, einem warmen Getränk und ein bisschen Gelassenheit – das liegt oft näher bei uns, als wir denken.
 
#PatrickRosenthal #Wochenrückblick #schnee

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patrickrosenthal, schnee, wochenrückblick

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