Ein Samstagmorgen. Draußen streckt sich das Licht langsam über die Dächer, als wolle es selbst noch nicht ganz wach sein. Drinnen dampft eine Tasse Kaffee, kräftig, duftend, oder vielleicht ein britischer Morning Tea – mit einem Hauch von Bergamotte und etwas Milch. Die Welt schweigt noch ein wenig, und es ist diese Stunde zwischen Alltag und Möglichkeit, in der das Leben nicht drängt, sondern einlädt.
Es ist die Stunde, in der ich eine Schallplatte auflege.
Es war einmal, als die Welt noch nicht im ständigen Rausch der Algorithmen zitterte. Da stand man vor einer hölzernen Kommode, zog eine schwarze Scheibe aus der Hülle und legte sie auf einen Plattenteller, der sich nicht beeilte, aber verlässlich drehte. Die Schallplatte: ein Relikt, ein Monument, eine Revolution aus Rille und Rauschen. Und heute? Sie ist wieder da – als Widerstand, als Geste, als Kulturtechnik.
Nicht wenige belächeln sie als Nostalgie, als sentimentales Artefakt für Ästheten mit zu viel Zeit. Aber das ist zu ku...
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