Es ist auch das Paradox der Freiheit: Wer alles darf, weiß am Ende nicht mehr, was er soll. Und so rutschen die Maßstäbe, gleiten die Begriffe, und was gestern noch absurd schien, gilt heute als normativ – ohne dass jemand die Veränderung wirklich bemerkt hätte. Nicht mit einem Donnerschlag, sondern mit dem süßen Tropfen täglicher Gewöhnung geschieht die Umwertung aller Werte.
Was nicht diskutiert werden darf, das wird nicht mehr gedacht. Was nicht mehr gedacht wird, verschwindet aus dem Horizont der Möglichkeit. Und was verschwunden ist, kehrt zurück – vielleicht als Schicksal.
Der Teufel – um bei dieser alten Metapher zu bleiben – hat kein Interesse an lauten Auftritten. Er wirkt durch Suggestion, durch Überforderung, durch das ständige Beschleunigen des Unwesentlichen. Er liebt die Ambivalenz, die Ironie, das doppelte Spiel. In einer Welt, die alle Unterschiede aufhebt und alle Grenzen diffamiert, bleibt er ungestört – weil er in allem aufzugehen scheint.
Es wäre ein Irrtum zu gl...
Suggested Credits
Tags, Events, and Projects