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Memes in der Kunst sind kein Betriebsunfall der Gegenwart, sondern eine Tradition. Nur dass wir die alten Witze nicht mehr verstehen, weil uns die Sprache fehlt, in der sie erzählt wurden. In der klassischen Malerei war nichts beiläufig, weder die Farbe eines Gewands noch die Anordnung der Körper, weder die halbgeschälte Zitrone am Bildrand noch der Hund, der angeblich nur dekorativ unter dem Tisch lag. Alles war Code, eine kulturelle Kurzschrift: politisch, moralisch, gesellschaftlich aufgeladen. Wer sie lesen konnte, las mehr als ein hübsches Stillleben, er las Kommentar, Kritik, Zugehörigkeit. Heute stehen wir davor und halten das für neutral, weil wir die Grammatik verlernt haben, doch neutral war es nie, es war nur so selbstverständlich, dass niemand es erklären musste. Wenn also heute jemand ein Meme zitiert, einen Satz auf eine Leinwand schreibt oder ein digitales Bild in einen Ausstellungsraum trägt, wirkt das auf manche wie Albernheit. Dabei ist es schlicht die Verarbeitung ...

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