Es gibt Menschen, die Feminismus ganz selbstverständlich für überholt erklären, mit ehrlichem Blick und gutem Gewissen. Sie sind einfach überzeugt davon, dass Frauen längst alles erreicht haben, was Männer haben, dass die Lebensverhältnisse im Großen und Ganzen angeglichen seien. Die Lohnlücke sei ein Mythos und strukturelle Abhängigkeit eine Übertreibung, während gleichzeitig so viele ineinandergreifende Zahnräder wirken, die Frauen finanziell, zeitlich und emotional ausbremsen und ihr Leben lähmen. Zum Beispiel rutschen viele Frauen nach der Geburt eines Kindes in eine Realität, in der sie plötzlich oder schleichend alleinerziehend sind. Oft nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil Beziehungen zerbrechen, Verantwortung ungleich verteilt bleibt oder Väter sich entziehen, und in der sie ohne staatliche Unterstützung finanziell kaum lebensfähig wären. All das wirkt nicht spektakulär, sondern nüchtern und dauerhaft, und es verhindert Frauenentfaltung, ohne dass jemand laut Diskrimin...
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