Oft hat man bei Social Media das Gefühl, alle anderen führten ein besseres, beweglicheres, aufregenderes Leben, als man selbst. Permanent zwischen Flughäfen, Dinnerpartys und durchdachten Sonnenuntergängen pendeln, während man selbst vor allem eines tut: sitzen. Ich sitze hinter dem Rechner, ich sitze zwischen Bücherstapeln, ich sitze und starre auf Sätze, bis sie zurückstarren, und nichts daran wirkt spektakulär oder besonders mobil. Ich liebe Belanglosigkeiten, winzige Verschiebungen in Formulierungen, Nebensätze, die sich anfühlen wie heimliche Hauptsätze, kleine Alltagsbeobachtungen, die kaum jemand notiert. Und Belanglosigkeiten lieben mich zurück.
Denn genau das ist mein Beruf. Als Kommunikationsdesignerin besteht meine Arbeit darin, das Unauffällige ernst zu nehmen, das Alltägliche zu erkennen und es in ein Gefühl zu übersetzen, in dem sich viele wiederfinden, ohne genau sagen zu können, warum. Ich beschäftige mich professionell mit dem, was andere übersehen, mit dem vermeintli...
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