Johannisbeer-Himbeer-Mascarponekuchen
Es gibt Kuchen, die versuchen, es allen recht zu machen. Dieser hier nicht.
Die Johannisbeeren machen nämlich keinen Smalltalk. Sie kommen nicht mit dieser weichgespülten Erdbeerromantik um die Ecke, bei der alle seufzen und irgendjemand „Kindheit“ murmelt. Sie sind sauer, direkt und ziemlich überzeugt von sich selbst. Herrlich.
Er kommt mit Vanilleteig, Mascarpone, Himbeeren, roten Johannisbeeren und Streuseln auf den Tisch und hat ungefähr die diplomatische Feinfühligkeit einer Familienfeier nach dem dritten Glas Weißwein. Erst weich, dann cremig und dann süß. Dann plötzlich diese kleine saure Ohrfeige der Johannisbeere, die einen daran erinnert, dass Sommer nicht nur nach Sonnencreme, Aperol und weichgespülten Picknickdecken schmeckt, sondern manchmal auch nach Garten, Kindheit, klebrigen Fingern und dem Moment, in dem man als Kind dachte: Warum pflücken Erwachsene eigentlich freiwillig Obst, das zurückbeißt? Genau das macht diesen Kuchen so gut...
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