Salat hat ein Imageproblem. Er gilt als vernünftig, diszipliniert und ungefähr so aufregend wie ein Elternabend über die neue Hausordnung. Dabei kann der Salat nichts dafür. Er liegt da, grün, knackig und erwartungsvoll, bis irgendein Mensch einen Teelöffel Fertigdressing darüberträufelt, das seit 2021 geöffnet in der Kühlschranktür steht.
Dann heißt es wieder, gesunde Ernährung mache keinen Spaß.
Natürlich macht sie keinen Spaß, wenn man seinen Rucola behandelt wie die steuerliche Ablage.
Deshalb gibt es heute sechs Dressings. Nicht fünf. Sechs. Ich erwähne das ausdrücklich, weil Zahlen im Internet offenbar inzwischen auch nur noch unverbindliche Empfehlungen sind.
Die Auswahl reicht vom cremigen Koriander-Limetten-Dressing mit Avocado bis zum Erdnuss-Dressing, das selbst einen traurigen Eisbergsalat aussehen lässt, als hätte er gerade drei Wochen Bali gebucht.
Das Ahornsirup-Senf-Dressing ist süß, scharf und erstaunlich erwachsen. Das Zitronen-Mohn-Dressing schmeckt nach Sommer,...
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