Matcha war einmal dieses geheimnisvolle grüne Pulver, das in japanischen Teehäusern mit einem Bambusbesen aufgeschlagen wurde. Langsam, konzentriert, beinahe feierlich.
Heute steht es zwischen Schokoladenpudding und Grießbrei im Kühlregal. Mit Sahnehaube.
Die Industie hat wieder einmal bewiesen, dass es jede kulinarische Tradition in einen Becher mit Abziehfolie verwandeln kann. Wir nehmen etwas mit Jahrhunderten Kulturgeschichte, geben Zucker, Stärke und Sahne dazu und schreiben vorne ein Wort drauf, das nach Großstadt, Yoga und 7,80 Euro Hafermilch klingt: Matcha.
Schon wirkt der Pudding nicht mehr wie etwas, das man heimlich um 22.30 Uhr vor dem Kühlschrank isst. Er wirkt bewusst, fast spirituell. Man löffelt keinen Nachtisch, man betreibt fernöstliche Selbstfürsorge.
Dass er vor allem süß, cremig und sanft nach Grün schmeckt, ist vermutlich Absicht. Echter Matcha könnte bitter sein oder nach Tee schmecken. Beides wäre offenbar eine unnötige Eskalation.
Also bekommt man Matcha ...
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