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Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD hätte ein Pfarrer über Mitgefühl sprechen können. Über die Opfer, über Angst, Gewalt und darüber, wie gefährlich Hass werden kann. Pfarrer Winfried Abel entschied sich für etwas anderes. In einem Leserbrief der Fuldaer Zeitung bezeichnete er den Anschlag als „Signal des Himmels“ und als Aufforderung zur „Besinnung und Umkehr“. Den Christopher Street Day nannte er eine „Parade der Schamlosigkeit“. Er schrieb von „Perversion“, „sittlicher Dekadenz“ und „Unkultur“. Man muss sich diese moralische Verrenkung einmal klarmachen: Menschen werden angegriffen. Doch zur Umkehr aufgefordert werden nicht die Täter, nicht die Hetzer und nicht diejenigen, die queere Menschen zum Feindbild erklären. Umkehren sollen offenbar diejenigen, gegen die sich die Gewalt richtet. Das ist keine mutige Meinung. Das ist religiös lackierte Verachtung. Wer einen Anschlag zum „Signal des Himmels“ erklärt, macht Gott zum Komplizen der eigenen Abneigung. Wer queere Menschen g...

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